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Möchtest du unsterblich sein? Ich möchte es nicht.

Im ersten Moment klingt es verlockend. Unsterblich sein. Ich werde ewig leben und habe unendlich viel Zeit. Ich kann tun und lassen was ich will. Ohne Angst vor dem Tod. Vor einem qualvollen Sterben. Vor der Nicht-Existenz und der Verwesung meines Körpers. Ich werde nicht weiter altern und bin ewig jung und leistungsfähig.

Keine verpassten Chancen mehr. Nie wieder zu alt für etwas sein. Ich muss nie wieder sagen, dass ich keine Zeit für etwas habe. Natürlich will ich das! Du willst es doch auch, oder?

Unsterblichkeit hat einen Haken

Ich liebe mein Leben, gar keine Frage. Und ich finde es echt doof, dass ich sterben muss. Ich will das nämlich gar nicht. Aber dennoch ist das gut so. Das Leben ist etwas ganz besonderes und nur deswegen so viel wert, weil es zeitlich begrenzt ist. Ohne diese Begrenzung wäre es doch völlig belanglos. Ich bräuchte keine Ziele mehr und müsste mich nie anstrengen, um etwas zu erreichen. Das wäre doch langweilig und ergäbe keinen Sinn. Ich kann mein Leben also nur lieben, weil ich weiß, dass ich sterben werde.

Nun stell dir vor, dass nur du unsterblich bist. Alle Menschen, die du liebst, sind es nicht. Sie müssen sterben, während du weiterlebst. Du wirst immer wieder Menschen verlieren. Keine Beziehung wäre für die Ewigkeit. Ein Alptraum, oder?

Und wenn alle Menschen unsterblich sind? Dann ist die Erde sehr schnell überfüllt. Nahrung und Wasser werden knapp. Platz wird ebenfalls irgendwann fehlen. Die knappen Ressourcen würden schnell zu großen Konflikten führen. Mit dramatischen Folgen. In so einer Welt möchte ich nicht leben. Würdest du das wollen?

Dann sterbe ich lieber

Ich will in einer friedlichen Welt leben. Ohne Kriege. Ohne täglichen Kampf ums Überleben. Ich will auch nicht einsam sein und immer wieder wichtige Menschen verlieren. Zudem möchte ich, dass mein Leben Bedeutung hat. Welche hätte es noch, würde es niemals enden? Wenn das also der Preis für die Unsterblichkeit ist, dann sterbe ich lieber.

 

Bild von Reimund Bertrams auf Pixabay

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