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Bestattungsvorsorge – vorausschauend leben

Ich werde sterben. Das steht fest. Mit Eintritt meines Todes löse ich mich jedoch nicht in Luft auf. Mein Bewusstsein erlischt zwar, aber mein lebloser Körper bleibt vorerst erhalten. Deswegen muss ich mich fragen, was dann mit mir geschehen soll. Mein Leichnam kann nicht einfach an Ort und Stelle liegen bleiben, sondern muss entfernt werden. Mit einer Bestattungsvorsorge kann ich bereits zu Lebzeiten meine Wünsche festlegen. Grundsätzlich stehen mir in Deutschland zwei Bestattungsarten zur Verfügung: Die klassische Erdbestattung und die Feuerbestattung.

Bei meinen Überlegungen zur Bestattungsvorsorge spielen zwei Kernfragen eine große Rolle:

  • Was wünsche ich mir für mich?
  • Wie nehme ich meinen Angehörigen Last ab?

In meiner ersten Bestattungsverfügung wollte ich jeden Schritt exakt festlegen, damit sich meine Angehörigen um nichts mehr kümmern müssen. Nachdem ich ein paar Beerdigungen besuchte und mit Hinterbliebenen sprach, änderte sich meine Meinung. Ich erkannte, dass meine Bestattung nicht nur dazu dienen soll, meinen Körper loszuwerden. Viel mehr soll sie ein wichtiges Ritual für meine Angehörigen und ihre Trauer darstellen.

Vorsorge für mich und meine Angehörigen

Dadurch wurde mir klar, dass ich zwei wichtige Punkte miteinander verbinden muss. Einerseits möchte ich meine Wünsche durchsetzen, anderseits sollen meine Angehörigen ihre Trauer so frei wie möglich gestalten können. Anstatt alles exakt zu planen, beschränke ich mich nun darauf, die wichtigsten Fragen zu beantworten:

  • Was hätte sich der Verstorbene gewünscht?
  • Was hätte er auf keinen Fall gewollt?
  • Wie viel Geld steht für die Bestattung zur Verfügung?

Gerade über die möglichen Wünsche des Verstorbenen zerbrechen sich viele Hinterbliebene den Kopf. Und das, während sie eigentlich in der Trauer stecken. Sie sollen sich nicht noch fragen müssen, ob ich feuer- oder erdbestattet werden wollte. Deswegen lasse ich an dieser Stelle keinen Spielraum und lege es selbst fest. Ebenso möchte ich ein ausreichend großes finanzielles Polster hinterlassen, damit das “Geld keine Rolle spielt”.

Mein Wunsch ist eine Erdbestattung

Ich habe verfügt, dass ich in der Erde bestattet werde. Auch wenn es mir ein mulmiges Gefühl bereitet, weil ich weiß, was dann mit meinem Körper geschieht. Doch die Verwesung ist ein völlig normaler natürlicher Vorgang und mir ist es wichtig, auf diese Weise in den Kreislauf der Natur zurückzukehren. Die Feuerbestattung ist mir außerdem viel zu schnell. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass mein Körper, der dann vielleicht 80 Jahre gelebt hat, innerhalb von 2 Stunden komplett zerfallen soll. Außerdem bin ich ein ziemlich ruhiger und gelassener Mensch. Dann kann ich mir nach dem Tod doch ebenso ein bisschen mehr Zeit lassen, ehe nichts mehr von mir übrig ist.

Wie genau meine Bestattung ablaufen soll, dürfen meine Angehörigen entscheiden. Für mich spielt es keine Rolle, ob eine Trauerfeier stattfindet oder ob ich ohne Feier ein anonymes Grab erhalte. Sollten meine Angehörigen eine entsprechende Veranstaltung wünschen, dürfen sie sie gerne organisieren. Und wenn sie einen Ort zum Trauern brauchen, dürfen sie sich gerne ein Grab für mich aussuchen und einen Stein aufstellen. Deswegen weise ich in meiner Bestattungsverfügung ausdrücklich darauf hin, dass sie allein ihre Wünsche beachten sollen. Gelingt es ihnen nicht, oder betrifft mein Tod niemanden, werde ich ganz unspektakulär in einem anonymen Rasengrab beerdigt.

Die Bestattungsvorsorge aktuell halten

Das, was ich heute festgelegt habe, spiegelt meine aktuellen Ansichten und Wünsche wider. Ich weiß nicht, was die Zukunft für mich bereit hält und wie ich in 5, 15 oder 30 Jahren darüber denke. Vielleicht ändern sich die Gesetze und ich erhalte ganz andere Bestattungsmöglichkeiten. Eventuell erhalte ich vor meinem Tod viele starke Medikamente und entscheide mich dann doch für die Feuerbestattung, um die Umwelt nicht zu sehr zu belasten. Generell kann sich mein Verhältnis zum Tod, zum Glauben und zu meinem Körper ändern.

Deswegen ist es wichtig, dass ich meine Entscheidung jederzeit ändern und widerrufen kann. Auf diese Weise kann ich sicherstellen, dass meine Bestattungsverfügung in jeder meiner Lebensphasen meinen aktuellen Vorstellungen entspricht. Meine heutigen Entscheidungen gelten also nicht zwingend bis in alle Ewigkeit. Aber ich kann eben nur selbst entscheiden, solange ich lebe. Und da ich nicht weiß, wie lange das der Fall ist, sorge ich lieber frühzeitig vor und nehme bei Bedarf Anpassungen vor. Wenn ich erstmal tot bin, ist es dafür schließlich zu spät.

Wie steht es um deine Bestattung?

Bisher drehte sich alles nur um mich und meine Bestattung. Doch auch du stirbst eines Tages und hinterlässt einen Körper, der bestattet werden muss. Hast du dir darüber schon Gedanken gemacht? Ziehst du eine Einäscherung vor oder möchtest du ebenfalls beerdigt werden? Wie stellst du dir das Drumherum vor? Oder hast du sogar schon an den Fall der Fälle gedacht und eine Bestattungsvorsorge erstellt?

 

Bild: Pixelio – vlanka

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